Donnerstag, 1. Dezember 2005

Welt-Aids-Tag






Am 1. Dezember ist Welt-Aids-Tag.

Es ist der Tag der Solidarität mit Menschen mit HIV und Aids und denen, die ihnen nahe stehen. Es ist aber auch der Tag, an dem deutlich wird, dass für Menschen mit HIV jeder Tag des Jahres ein Aids-Tag ist. Weltweit sind mehr als 40 Mio. Menschen HIV-positiv. Täglich werden es mehr. Als sich vor vier Jahren die Regierungschefs von 189 Ländern trafen, um gemeinsam Wege zu finden, der Pandemie Aids Herr zu werden, waren die Hoffnungen gross. Wo stehen wir heute? Konnte die Lebenssituation HIV- und Aidsbetroffener Menschen wirklich drastisch verbessert werden?

Ziel ist, die Schweizer Bevölkerung für die aktuellen Herausforderungen von HIV/Aids zu sensibilisieren. Die Aids-Hilfe Schweiz setzt den diesjährigen Schwerpunkt auf die Tatsache, dass die Mehrheit der Menschen nach wie vor nicht offen darüber reden können, dass sie HIV-positiv sind und geht der Frage nach, wie hier Abhilfe geleistet werden kann.

Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember 2005 organisieren die Aids-Hilfe Schweiz, ihre Mitglieder und weitere Partnerorganisationen schweizweit verschiedene Aktivitäten.



Wie offen wollen wir damit umgehen?

Es gibt immer mehr Menschen, die von HIV und Aids betroffen sind. Geredet wird immer weniger darüber. In der Schweiz leben über 20’000 Menschen, die das HI-Virus in sich tragen. Jeden Tag erfahren zwei Menschen, dass sie HIVpositiv sind. Wir kennen sie nicht. Viele von ihnen leben unerkannt, manche gar versteckt, in der Schweiz. Sie haben Angst, offen über ihre HIV-Infektion zu reden. Angst davor, diskriminiert und stigmatisiert zu werden. Die Aids-Hilfe Schweiz richtet ihr Augenmerk auf jene Menschen, die mit solchen Ängsten leben und fragt: Wie tolerant sind wir? Wie offen wollen wir damit umgehen?

* Solange Berufstätige riskieren, ihre Arbeit zu verlieren, wenn sie offen über ihre HIV-Infektion reden…

* Solange sich viele nicht getrauen, der neuen Bekanntschaft von ihrer HIVInfektion zu erzählen, aus Angst davor, verlassen zu werden…

* Solange HIV-Betroffene massiv benachteiligt werden beim Abschluss von Versicherungen…

* Solange Menschen aus anderen Kulturen bei der Aufklärung über HIV und Aids auf Grund ihrer Sprache benachteiligt sind…

* Solange also die sozialen und beruflichen Ungleichheiten zwischen HIV+ und HIV– so gross sind, solange sind Diskriminierung und Isolation leider alltäglich.

* Solange Vorurteile gegenüber HIV und Aids grassieren anstatt das nötige Wissen, wie eine Übertragung von HIV verhindert werden kann…


…solange wird es für Betroffene nicht möglich sein, ein normales Leben zu führen.




20 Jahre – und?

In diesem Jahr begeht die Aids-Hilfe Schweiz ihr zwanzigjähriges Bestehen. Aids und die Arbeit für jene Menschen, die mit dieser Krankheit leben, haben sich in diesen zwanzig Jahren stark verändert: Vorbei sind die Zeiten, wo Aids als todbringendes Schreckensgespenst durch die Medien geisterte. Dank moderner Therapien führt eine Infektion mit dem HI-Virus glücklicherweise nicht mehr unmittelbar zum Tod. HIV-betroffene Menschen sind rein äusserlich nicht mehr als solche zu erkennen. Innerlich aber kämpfen sie an vielen Fronten.

Schwierige Beziehungs- und soziale Fragen, komplexe Versicherungssachverhalte, Bezahlbarkeit und Verträglichkeit von Therapien, Angst vor der Zukunft und vor dem Alleinsein und die vielen, teils kleinen, teils grossen Diskriminierungen im Alltag. Das sind Probleme, die trotz grosser Fortschritte in der Aids-Arbeit nach wie vor Realität sind. Gefragt sind Offenheit und Toleranz.



Tragen auch Sie das Red Ribbon als Zeichen Ihrer Solidarität. Tragen Sie das Red Ribbon auch im Herzen und helfen Sie mit, Diskriminierung und Stigmatisierung abzubauen.

Am Welt- Aids-Tag wie an jedem Tag.




(Quelle: AIDS-HILFE Schweiz)







HIER kann man aktuelle statistiken und zahlen zum thema HIV und AIDS finden.....

1 Kommentar:

  1. ich habe heute den kommentar einer betroffenen gehört: “die angst vor der reaktion meiner umwelt, war für mich schlimmer als die angst vor der krankheit“ das sollte uns zu denken geben.

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